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Workshops

Freitag, 11.30 - 13.00 Uhr + Samstag, 10.50 - 12.20 Uhr

Alle Workshops werden an beiden Tagen angeboten.

A) Grammatik in Aktion: Gebrauchsorientiert lehren, performativ lernen

Jochen Balzer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Pädagogischen Hochschule Freiburg (Deutschland)

 

Prof. Dr. Nadja Wulff ist Professorin für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache an der Pädagogischen Hochschule Freiburg (Deutschland)

Gebrauchsorientierter-performativer Grammatikunterricht fokussiert darauf, dass Grammatik nicht durch abstrakte Regeln, sondern durch den tatsächlichen Sprachgebrauch in lebensweltrelevanten Kommunikationssituationen erlebt, erlernt und verinnerlicht wird.

In dem Workshop wird anhand von authentischen Anlässen (Szenarien, Mini-Performances, Rollenspiele, Mikro-Aufgaben) gezeigt, wie grammatische Muster als bedeutungstragende Chunks sichtbar gemacht und unmittelbar angewandt werden. Im Fokus stehen Input-Enhancement, Fokus-auf-Form-Momente im Flow, multimodale Routinen sowie niederschwellige Performanzformate für heterogene Lerngruppen. Anhand konkreter Unterrichtssequenzen werden Leitlinien für gute Übungen und Aufgaben sichtbar, Lernschleifen mit formativer Rückmeldung modelliert und schnelle Evaluationstools erprobt. Es werden erprobte Materialien und Adaptionshinweise bereitgestellt, was den Transfer im Unterricht erleichtert – für einen Grammatikunterricht, der motiviert, sprachlich trägt und nachhaltig Kompetenzen aufbaut.

B) Ermittlung individueller Sprachbedürfnisse auf A1 Niveau – ein Konzept für den DaZ-Unterricht

Katja Felder unterrichtet bei der Machbar Aarau «Deutsch für den Arbeitsmarkt».

In vielen Deutschkursen auf Niveau A1 verbinden die Teilnehmenden den Spracherwerb bereits mit beruflichen Zielen. Gleichzeitig stellen sich Kursleitende die Frage, wie eine berufsorientierte Sprachförderung in einem allgemeinen A1-Kurs umgesetzt werden kann, in dem noch keine umfassenden Deutschkenntnisse vorliegen.

Ausgehend von Praxiserfahrungen in A1-Kursen wird ein Konzept vorgestellt, das zeigt, wie berufsorientierte Sprachförderung auch ohne vorhandene, speziell dafür entwickelte Materialien gestaltet werden kann. Dieses Konzept basiert auf den Grundlagen der Praxisforschung und der berufsorientierten Sprachförderung.

Es wird gezeigt, wie Kursmaterialien und Kursgestaltung so entwickelt werden können, dass berufsorientierte Elemente bereits im Anfangsniveau sinnvoll integriert werden. Dabei wird der Prozess von der Bedarfsanalyse bis zur praktischen Umsetzung im Unterricht nachvollziehbar dargestellt.

C) Ein ganzheitliches Aussprachetraining im berufsbezogenen Deutschunterricht: Sechs Schritte zur Verständlichkeit

Dr. Olga Haber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch in Hamburg

Eine verständliche Aussprache und ein angemessener authentischer Sprechstil ist der Schlüssel zur erfolgreichen Berufsausübung, denn das professionelle Handeln ist in vielen Berufen eng mit dem sprachlichen Handeln verbunden. Für eine Lehrkraft ist es z. B. wichtig, den Lernenden Inhalte deutlich, klar und zugänglich zu vermitteln. Eine Pflegefachkraft soll verständlich und empathisch mit Patient*innen kommunizieren können. Sicheres Auftreten in Verkaufsgesprächen ist im Einzelhandel unabdingbar. Ohne Beherrschung einer angemessenen Aussprache ist die Kommunikation weniger effizient und kann missverständlich verlaufen oder gar Konflikte erzeugen. Leider kommt das Üben der Aussprache im berufsbezogenen DaF/DaZ-Unterricht gemessen an ihrer Bedeutung zu kurz.

Im Workshop wird ein ganzheitliches Aussprachetraining vorgestellt. Das methodisch-didaktische Modell wird mithilfe praktischer Übungen aus den pädagogischen und pflegerischen Berufsbereichen veranschaulicht und ausprobiert. Einblick in die Ergebnisse einer Teilnehmendenbefragung bekräftigt die hohe Relevanz von berufsfeldspezifischem ganzheitlichem Aussprachetraining.

D) Zwischen Sprache und Welt: Kritisches Denken als Schlüssel zur Teilhabe

Sabine Hellwig ist dvct zertifizierte Coach und Somatic Experience (SE)® Studierende.

 

Marje Zschiesche-Stock verfügt über langjährige internationale Erfahrung als Dozentin und Fortbildnerin in einer Vielzahl von Institutionen und Bildungseinrichtungen.

Die plurilinguale Realität im DaF/DaZ-Unterricht erfordert mehr als reine Sprachvermittlung, um gesellschaftliche Teilhabe zu initiieren. Angesichts der Präsenz von Stereotypen und Vorurteilen in der Kommunikation wird die Förderung von Future Skills – wie kritisches Denken, Reflexionsfähigkeit und Empathie – zu einer zentralen Aufgabe der Sprachbildung.

Dieser praxisorientierte Workshop bietet Lehrkräften konkrete Methoden und Unterrichtsbeispiele an, um diese Schlüsselkompetenzen systematisch zu entwickeln. Die Teilnehmenden erarbeiten direkt umsetzbare Strategien, wie sie Lernende dazu befähigen können, sprachliche und kulturelle Identitäten kritisch zu hinterfragen und aktiv mit Stereotypen umzugehen. Der Fokus liegt auf der Gestaltung einer interkulturell kompetenten und sprachsensiblen Praxis, die Lernprozesse optimiert und die Lernenden für eine komplexe Welt wappnet.

E) Feedback mit Künstlicher Intelligenz: Individuelle Förderung durch lernförderliches Feedback

Stanislav Katanneck ist Doktorand an der UCLouvain und Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache an der Ruhr-Universität Bochum.

Feedup – Feedback – Feedforward ist ein nach Hattie und Timperley lernförderlicher Ansatz für erfolgreiches Feedback, der aber in der Praxis aufgrund von fehlenden Zeitressourcen nur selten praktiziert wird. Insbesondere werden ein selektives Feedback mit gezielten Verbesserungsvorschlägen und das Feedforward, das für lernschwächere Teilnehmende besonders hilfreich ist, kaum umgesetzt. ChatGPT, Gemini oder DeepL Write können durch zeitnahes, individuelles und stets freundliches Feedback eine gezielte Rückmeldung zum Lernprozess geben, die Angst vor Fehlern reduzieren, den individuellen Lernprozess unterstützen und gleichzeitig die Lehrkraft entlasten. Im Fokus des Workshops stehen nach einem kurzen theoretischen Input didaktische Konzepte, wie KI-basiertes Feedback unter Berücksichtigung der Dispositionen von Lernenden gegeben werden kann. Hierzu zählen beispielsweise das Ampelsystem, kriterienorientierte Feedbackbögen, Lerntagebücher sowie die (Selbst-)Evaluation mit Reflexionsbögen. Im Workshop werden auch KI-Tools mit (vorgegebenen) Prompts ausprobiert und die Antworten evaluiert.

F) Mehr als Landeskunde – Interkulturelle Kompetenz im DaF/DaZ-Unterricht

Bente Lowin Kropf ist DaF-Dozentin am Sprachenzentrum der Universität Lausanne.

Interkulturelle Kompetenz wird als ein zentraler Bestandteil des Fremdsprachenlernens betrachtet – doch wie kann sie im Unterricht konkret gefördert werden? Lehrwerke bieten zwar zahlreiche Themen mit kulturellem Bezug, doch oft bleibt wenig Zeit für vertiefte Reflexion. Gleichzeitig sind Lernende in zunehmend heterogenen Gruppen mit unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen konfrontiert.

Der Workshop ist praxisorientiert angelegt. Nach einer kurzen Einführung in zentrale Modelle interkultureller Kompetenz analysieren wir Unterrichtsmaterialien, reflektieren eigene Best-Practice-Beispiele aus dem Unterricht und entwickeln daraus konkrete Aufgabenformate. Im Fokus stehen Lernaufgaben, die Perspektivenwechsel ermöglichen, Bewertungen hinterfragen und kulturelle Vielfalt sichtbar machen. Ziel ist es, direkt einsetzbare Unterrichtsideen mitzunehmen und interkulturelle Kompetenz als integrierten, handlungsorientierten Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts zu stärken.

G) Vom Sprachkurs zum Sprachcoaching: KI-gestützte Anpassung der Unterrichtsmaterialien im berufsbezogenen Deutschunterricht

Das mehrsprachige Workshop-Team – Yuliya Pyvovar, Olha Hamidova und Cristina Kaiser – verbindet langjährige Erfahrung in der Sprachdidaktik mit Innovationsfreude und Praxisnähe. Gemeinsam entwickeln sie neue Ansätze für den berufsbezogenen Deutschunterricht, erproben kreative Methoden und integrieren KI-gestützte Tools reflektiert in die Sprachbildung.

Der Workshop zeigt praxisnah, wie sich berufsbezogene Sprachförderung mit Unterstützung von KI-gestützten Tools innovativ gestalten lässt. Anhand konkreter Praxisbeispiele wird verdeutlicht, wie digitale Anwendungen Materialien adaptieren, auf unterschiedliche Niveaustufen abstimmen und authentische Kommunikationssituationen aus verschiedenen Berufsfeldern abbilden können. Die Teilnehmenden entwickeln eigene Anpassungen, reflektieren den Mehrwert künstlicher Intelligenz für professionelle Sprachbildung und diskutieren Chancen sowie Grenzen ihres Einsatzes in der Weiterbildung. Der Workshop richtet sich an Fachpersonen aus verschiedenen Berufsfeldern, die Sprache als zentrale Ressource beruflicher Kompetenz verstehen und erkunden möchten, wie KI Lernprozesse individualisieren, Motivation steigern und berufliche Kommunikation nachhaltig fördern kann.

H) Sprachliche Kompetenzen sichtbar machen - Der LASLLIAM-Referenzrahmen im Unterricht

David Stops arbeitet als Weiterbildner für DaZ und Grundbildung in Deutschland, der Schweiz und in Österreich. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Alphabetisierung in DaZ, die arbeitsorientierte Grundbildung sowie die Medienkompetenz.

Mit dem LASLLIAM-Referenzrahmen (Literacy and Second Language Learning for the Linguistic Integration of Adult Migrants) steht seit 2022 eine Orientierungshilfe zur Verfügung, die Deskriptoren für Niveaus unter A1 beschreibt. Angelehnt an den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen gibt LASLLIAM zudem Empfehlungen für die Gestaltung von Angeboten zur Alphabetisierung fremdsprachiger Erwachsener.

Der Workshop bietet zunächst einen kompakten Überblick über die Ziele, Inhalte und Einsatzmöglichkeiten von LASLLIAM. Im zweiten Teil zeige ich am Beispiel der so genannten „technical literacy“ mithilfe von Schreibproben, wie LASLLIAM als Instrument zur Lernstandsdiagnose in heterogenen Lerngruppen eingesetzt werden kann.

Die Teilnehmenden analysieren Schreibproben, diskutieren daraus abgeleitete Förder- und Unterrichtsmassnahmen und erarbeiten Übertragungsmöglichkeiten für ihre eigenen Kurse. Die Ziele sind: (1) Konkrete Werkzeuge zur differenzierten Unterrichtsplanung zu erarbeiten sowie (2) sprachliche Kompetenzen der Teilnehmenden sichtbar zu machen.

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